Unsere Solawi

Ziel

Wir wollen uns dem Diktat „wachse oder weiche“ widersetzen und unsere Apfelernte mit den Menschen aus der Region „fair-teilen“, anstatt überwiegend den anonymen Großmarkt zu beliefern. Langfristig soll nur noch der Überschuss, der nicht durch die Solawi-Mitglieder verzehrt werden kann, an den Großhandel gehen und der Ertrag als Rücklage der Solawi zugeführt werden.
Mit der Gründung unserer Solawi möchten wir das Gemüseangebot der bestehenden Solawis in der Region (Heiligenberg, Bodensee, Ravensburg, Bergatreute, Bad Waldsee) ab Februar 2021 um eine Obstkomponente ergänzen, um so dem Ziel einer gesunden, regionalen und solidarischen Vollversorgung näherzukommen.

Konzept

In diesem Abschnitt möchten wir euch unser Solawi-Konzept erläutern: die Aufteilung der Ernte in Solawi-Anteile, den individuellen Richtwert für die Anteile und das solidarische Beitragsverfahren auf unserer Budget-Runde.

Aufteilung der Ernte in Solawi-Anteile

Unsere Obstanlage kann in einem durchschnittlichen Jahr etwa 400 Haushalte versorgen. Damit kleinere Haushalte ebenfalls dabei sein können, vergeben wir die vierfache Anzahl an kleinstufigen Anteilen, sprich 1600. Unser langfristiges Ziel ist mit diesen 1600 Anteilen 100% solidarisch – zu Beginn werden wir noch die Kosten anhand der anteiligen Solawi-Fläche aufteilen. Unser Planungswert für das erste Jahr ist mit 800 Anteilen und 1 von 2 ha eine 50% solidarische Verteilung der Apfelernte.
Unser Zielwert stellt dabei eine durchschnittliche wöchentliche Liefermenge von 500g Äpfel pro Anteil in der Lieferperiode (Sept-Mai) dar. 4 Anteile entsprechen als empfohlene Menge für einen 2-Personen-Haushalt ca. einem Apfel pro Tag und Person. Wir möchten euch dazu ermutigen, mindestens die für eure Haushaltsgröße empfohlene Anzahl an Anteilen auszuprobieren. Daher geben wir euch die Möglichkeit, nach dem ersten Liefermonat die Anzahl der Anteile einmalig anzupassen.

Aufteilung der Kosten in individuelle Richtwerte

Die folgende Tabelle zeigt die Aufstellung der veranschlagten Kosten für unser erstes Solawi-Jahr (Feb 2021-Jan 2022). Der monatliche Richtwert für 4 Anteile beträgt 17 € und setzt sich zusammen aus einem Grundbeitrag von 3 € (36 € im Jahr), der als Art Vereinsbeitrag grundlegende Verwaltungskosten tragen soll, und dem Anteilebeitrag von 4 x 3,50 €.

Die zweite Wahlmöglichkeit neben der Anzahl der kleinstufigen Anteile betrifft diejenigen von euch, die später in Solawi-Jahr einsteigen oder die im Herbst eine eigene Apfelquelle haben: Ihr könnt die Liefermonate frei wählen, d.h. verpasste Monate oder bspw. die Herbstmonate September und Oktober abwählen. Der Anteilebeitrag eures individuellen monatlichen Richtwerts reduziert sich damit um je 1/12, euer solidarisch gewählter Beitrag ist aber weiterhin das ganze Jahr über zu leisten, d.h. auch bei späterem Einstieg 12-mal. Die verpassten Monate sind dabei durch den geringeren Anteilsbeitrag berücksichtigt.

Die folgende Tabelle zeigt die daraus resultierenden Wahlmöglichkeiten mit den jeweiligen individuellen monatlichen Richtwerten:

Verfahren zur solidarischen Deckung der Kosten auf der Budget-Runde und bei späterem Einstieg

Auf unserer solidarischen Budget-Runde am 24. Januar 2021 haben alle Mitglieder 3 Beitragsangebote nach dem Ampelsystem abgegeben. Diese orientieren sich an ihrem individuellen Richtwert, nach dem solidarischen Prinzip dürfen sie aber je nach den finanziellen Möglichkeiten auch darunter oder darüber liegen.
Die Idee des Ampelverfahrens ist, drei möglicherweise notwendige Angebotsrunden in einer durchzuführen: Das grüne Beitragsangebot stellt einen fairen Beitrag dar, der gut aufgebracht werden kann. Das höhere gelbe Angebot ist zur Gewährleistung des solidarischen Konzepts ein noch machbarer Beitrag. Das rote Angebot stellt als maximaler Beitrag die Schmerzgrenze des Tragbaren dar. Die gelben bzw. roten Angebote sind nur dann gültig, wenn der Durchschnitt der grünen bzw. gelben Beitragsangebote noch nicht über dem Durchschnitt der individuellen Richtwerte gelegen ist.

Alle später eingestiegenen Mitglieder geben ebenfalls 3 Angebote ab und werden anschließend darüber informiert, welches davon beim Neueinstieg aktuell zum Tragen kommt.

Hinweis zum Ernterisiko

Da der Apfelanbau starken Ernteschwankungen unterliegt, ist weder die Zielmenge von 500g Äpfel pro Anteil noch die Lieferperiode (Sept-Mai) garantiert; dem Risiko möchten wir begegnen mit dem Aufteilen des Solawi-Jahres (Feb-Jan) auf zwei Erntejahre, dem Einsatz einer Frost- und Hagelversicherung und dem Bilden von Rücklagen. Bei starken Ausfällen möchten wir gemeinsam mit euch Mitgliedern Alternativen (wie den Fremdbezug) diskutieren und über diese basisdemokratisch abstimmen.

Nachhaltigkeit

Aufgrund der relativ naturnahen Anbaumethode weist ein größerer Teil der Äpfel kleine Schorfstellen o.ä. auf. Obwohl diese „Charakteräpfel“ ausgezeichnet schmecken nimmt der Großhandel sie nicht ab. Wir möchten sie vor der Saftpresse „retten“ und mit ihnen nach der ersten Lieferperiode (Feb-Mai) im September in das neue Erntejahr und die zweite Lieferperiode (Sept-Jan) starten. Ab Spätherbst werden wir euch die besser lagerfähigen Äpfel bringen.
Mit euren Anregungen und eurer Unterstützung möchten wir auf dem Hof im Bereich der Nachhaltigkeit und Biodiversität noch weitere Verbesserungen erzielen. Wir planen die Gründung eines Arbeitskreises, in dem engagierte Solawi-Mitglieder gemeinsam mit den Betriebsangehörigen Maßnahmen konzipieren und umsetzten. Ein kleiner Teil des Budgets soll für die Ausgaben des Arbeitskreises reserviert werden.